Flüchtlinge Archive - Ich helfe Ukraine - Helft mit!

Kinder aus der Ukraine in Bremen
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Sommercamp Kiew-Bremen 2015 geht zu Ende

Der Sommer-Ferienlager für die Kinder aus der Ukraine, organisiert von den Deutschen und Ukrainern, ist am 30. August zu Ende gegangen und die Kinder sind zurück in die Ukraine gefahren.

Die Kinder haben in den Wochen viel erlebt, viel gesehen und sehr viele Menschen kennengelernt. Auf dm Plan waren Deutschunterricht, verschiedene Workshops, Ausflüge, Spiele und gemeinsame Events.

Über den Camp schrieben auch Lokalzeitungen und RTL drehte eine Reportage. Auf der Facebook-Seite gibt es viele tolle Bilder und Berichte.

Klarstellung
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Auf welcher Seite stehe ich?

Aufgrund einiger Fragen und Missverständnissen im Bezug auf die Initiative und damit verbundener Campagnen, möchte ich an der Stelle ein Paar Punkte klar stellen.

Auf welcher Seite stehe ich?

Grundsätzlich spielt es kaum Role, auf welcher Seite ich (Konstantin) persönlich stehe. Es ist kein Fußballspiel, bei dem man unbedingt eine der Seiten auswählt und mit der 90 Minuten lang fiebert. Es ist etwas komplizierter.
Mein Projekt richtet sich auf die Hilfe für die ukrainische Bevölkerung und für die Bekämpfung der illegal bewaffneten Einheiten, die die dortige Bevölkerung in der Ostukraine terrorisiert. Selbstverständlich unterstützt das Projekt auch Binnenflüchtlinge, die vor den Banden und Söldern nach Kiew, Lwiw, Odessa, Kharkiv und andere große und kleine Städte geflüchtet haben. Hierzu verweise ich auf humanitäre Hilfen für die Kinder aus der Ostukraine, die im Ferienlager „Lesnaja Zastava“ betreut werden und auf zahlreiche freiwillige Tätigkeit bei der Suche, Lagerung und Transport für Zivilkleidung, Betten etc.
Ich bin in Kiew geboren und spreche seit meiner Kindheit russische Sprache. Ich habe in Deutschland sehr viele russische Freunde aus Moskau, St. Petersburg und anderen Regionen. Mein Projekt und meine Tätigkeiten richten sich NICHT GEGEN die „bösen Russen“, gegen die russische Kultur oder gar gegen die russische Sprache. Meine Tätigkeiten richtet sich FÜR die betroffenen Menschen, die Hilfe benötigen.
Es ist nun mal so, dass man nachweislich meistens nur den Menschen außerhalb der sog. „DNR“ und „LNR“ helfen kann, weil ansonsten man keine Möglichkeit hat nachzuverfolgen, ob und an wen die Hilfe ankommt. Die humanitären und finanziellen Hilfen sind leider schon oft auf dem Weg nach Donetsk und Luhansk „verloren“ gegangen. Oft findet man die Sache auf den dortigen Märkten zu Verkauf angeboten.
Das Projekt steht somit nicht auf der Seite von Regierung, nicht auf der Seite von Separatisten, nicht auf der Seite von ausländischen Diensten, sondern hat bestimmte Ziele und Kampagnen, um den menschen zu helfen. Wer helfen möchte, darf er das gerne tun. Ich persönlich habe selbstverständlich subjektive Vorstellungen und Überzeugungen, diese versuch ich jedoch so wenig wie möglich mit dem Projekt zu vermischen.

Unterstütz das Projekt Faschisten, den Rechten Sektor und die Kriegsverbrecher, die „die Zivilbevölkerung im Donbas abschlachtet“?

Hier ist es einfach und kompliziert zugleich. Es werden keine Banditen, keine Kriegsverbrecher, keine Mörder oder Sonstige bei Straftaten unterstützt. Es wird den Zivilisten in der schwierigen finanziellen und sozialen Lage, die durch den nicht selbst verschuldeten Krieg entstanden ist,  geholfen. Freiwillige werden vereinzelt medizinisch, technisch und mit nicht-letalen Mitteln unterstützt, um illegal bewaffnete Menschen und Söldner in der Ostukraine zu bekämpfen, die Zivilbevölkerung, deren Hab und Gut, sowie deren Land zu schützen.
In der Ukraine gibt es grundsätzlich keine Faschisten. Vielleicht verwechselt man Begrifflichkeit und bedient sich Flossken aus dem Internet? Jeder kann sich den Begriff „Faschismus“ erklären lassen oder hier http://www.cpw-online.de/kids/faschismus.htm oder hier http://www.politik-lexikon.at/faschismus/ nachlesen. Zur Zeit steht in der Ukraine keine militärische oder nationalsozialistische Partei oder Koalition an der Macht im Parlament. Auch Präsident wurde durch eine Wahl gewählt. Nationalisten gibt es leider in jedem Parlament in Europa und Ukraine befindet sich in der Liste auf den hinteren Plätzen.
Viele Bürgerbewegungen, die während der Revolution der Würde und während dem Krieg entstanden, setzen sich in politischen, wirtschaftlichen, sozialen und informativen Projekten ein und stehen oft im Interessenkonflikt zu den Abgeordneten und Geschäftsleuten. Und nichtsdestotrotz funktionieren sie weiterhin, werden vom System nicht verfolgt oder gar ermordet. Das bedeutet, dass ein freies und demokratisches System aufgebaut wird. Mit allen Facetten, wie sie auch in Europa existieren. Leider nicht immer erfolgreich oder effektiv.
Im Rechten Sektor kämpfen sowohl ukrainische Nationalisten, als auch Nationalisten aus Russland und anderen Ländern. Dort kämpfen aber auch Links-orientierte. Dadrunter sind Christen, Juden, Muslime. Die Partei Rechter Sektor erhielt prozentual so wenige Stimmen bei der Parlamentswahl, dass Deutschland mit der AfD fasst schon weit weit recht angesehen werden kann.

Wofür richtet sich die aktuelle Aktion „Run for Life – Run for Ukraine“?

Mit dem Projekt „Run for Life – Run for Ukraine“ wollen wir in Kooperation mit eUkraine e.V. die Initiative „Förderung des Krebszentrums in Kiew“ finanziell unterstützen. Nicht zuletzt wegen dem Krieg mussten viele Krebskranke ihre Heimatregionen verlassen und können sich nicht behandeln lassen. Viele Binnenflüchtlinge erfahren erst jetzt, dass sie onkoligische Krankheiten haben, aber da sie weder Arbeit und finanziellen Mitteln haben, können sie sich kaum eine Behandlung leisten.

Während viel Mitteln in den Aufbau des Landes, in die Reformen und in die Militär investiert werden, bleiben leider solche Menschen auf der Strecke. So wurde für das Krebszentrum in Kiew ein neues Gebäude versprochen. Alle Geräte, Mobiliar und Medikamenten sollen von Spenden und eigenen Taschen finanziert werden.

 

Fluechtlinge in der Ukraine | Screenshot The New York Times
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Ein Kurzfilm über Flüchtlinge in der Ostukraine

Über eine Million Menschen wurden gezwungen ihre Häuser wegen des Krieges in der Ostukraine zu verlassen und in die andere Teile der Ukraine, unter anderem Dniepropetrowsk und Kiew, zu ziehen. Viele dieser Vertriebenen haben gekämpft, um ein neues Leben zu finden. Im Kurzfilm für The New York Times zeigt Erik Olsen die Bilder des grausames Lebens nach dem Krieg und wie die Menschen versuchen in ihrem eigenen Land zu überleben. Teilweise sind sind wegen ihren Überzeugungen noch immer bedroht und so manche Familie ist auseinandergebrochen.

Reportage: Ukrainischen Flüchtlinge, Verloren und in der Vorhölle

Flüchtlingskinder und deren Betreuer brauchen Ihre Unterstützung!

Im August 2014 wurde für den Kindercamp „Lesnaja Zastava“eine humanitäre Hilfe gesammelt und verschickt. Es werden weiterhin Geld- und Sachspenden gebraucht!

Jeden Tag wird im Osten der Ukraine gekämpft, obwohl ein Waffenstillstand erklärt wurde. Noch immer sind große Städte, wie Lugansk und Donezk, aber auch kleine Dörfer und wichtige Verkehrsverbindungen von bewaffneten Menschen besetzt. Das bedeutet, dass man jeden Tag in Lebensgefahr ist. So wurde zum Beispiel am Mittwoch, den 1. Oktober 2014, die Stadt Donezk mit Artillerie beschossen. Ein Bus wurde getroffen, in dem sechs Menschen starben.

Foto: Kindercamp “Lesnaja Zastava” (https://www.facebook.com/irina.kravchenko.75)

Foto: Kindercamp “Lesnaja Zastava” (https://www.facebook.com/irina.kravchenko.75)

Während viele Menschen immer noch in den besetzten Regionen bleiben müssen – ob wegen kranker Eltern oder wegen Angst um Geschäft oder Immobilien, wurden die meisten Kinder in die Sicherheit gebracht. Freiwillige Helfer und Psychologen (die auch sonst große Arbeit im Kampf gegen Terroristen und russische Söldner leisten) kümmern sich um die Kleinen. Viele der Kinder werden in speziell aufgebauten Camps betreut, wie zum Beispiel im Camp „Lesnaja Zastava“ (dt. Waldaußenposten) in der Nähe vom Dorf Dymer 50 km von Kiew entfernt. Im Moment sind dort über 40 Kinder unter anderem aus Donezk, Kramatorsk, Sloviansk, Lugansk untergebracht.

Foto: Angefangen wurde alles mit einem Zeltlager (https://www.facebook.com/irina.kravchenko.75)

Foto: Angefangen wurde alles mit einem Zeltlager (https://www.facebook.com/irina.kravchenko.75)

Dort werden sie seelisch betreut, man veranstaltet Ausflüge in die historische Städte und Unterhaltungsprogramme im Camp. Das haben sie sehr nötig, da die Kinder viel schlimmes erlebt haben. Die Betreuer erzählen, dass sie oft nachts während dem Regen und Donner vom Geschrei und Weinen geweckt werden, weil die Kinder an die Bombardements erinnert werden. Als es ein Mal ein Hubschrauber in der Nähe flog und die Erwachsenen den Geräusch kaum wahr genommen haben, hatten sich einige Kinder auf den Boden gelegt. Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, dass die Kinder wieder ein normales Leben führen können.

Foto: Freizeitaktivitäten und Ausflüge werden im Camp von Helfern organisiert (https://www.facebook.com/irina.kravchenko.75)

Foto: Freizeitaktivitäten und Ausflüge werden im Camp von Helfern organisiert (https://www.facebook.com/irina.kravchenko.75)

Aber leider ist ein Frieden nicht in Sicht. Nach dem Ende einer Schicht haben die Kinder oft keine Möglichkeit zurückzukehren, weil deren Heimatstädte immer noch besetzt sind. So bleiben sie länger im Camp, der mitten im Wald aufgebaut werden musste, weil vom Staat keine Hilfe kam. Die ersten Monate lebten Kinder und die freiwilligen Helfer im Zeltlager, der fast rund um die Uhr gebaut wurde und immer noch nicht fertig ist.

Foto: Dank Spenden und Helfern können der Herbst und Winter überstanden werden (https://www.facebook.com/irina.kravchenko.75)

Foto: Dank Spenden und Helfern können der Herbst und Winter überstanden werden (https://www.facebook.com/irina.kravchenko.75)

Denn im Herbst dürfen Kinder nicht in den Zelten bleiben. Es besteht große Erkältungsgefahr. Deswegen baut man momentan ein verlassenes Gebäude aus. Mit den Baumaterialen sowie mit Nahrung, Geld- und Sachspenden helfen engagierte Mitmenschen aus der Umgebung und aus Kiew. Auch aus Deutschland kam eine kleine Hilfe mit Kleidung, Spielzeug und Malwerkzeug.

Seit dem ersten September besuchen Kinder ein nahgelegenes Gymnasium im Dorf Dymer.

Foto: Auch Schule darf nicht vernachlässigt werden. Die Kinder wurden in ein nahgelegenes Gymnasium eingeschrieben (https://www.facebook.com/irina.kravchenko.75)

Foto: Auch Schule darf nicht vernachlässigt werden. Die Kinder wurden in ein nahgelegenes Gymnasium eingeschrieben (https://www.facebook.com/irina.kravchenko.75)

Während der ersten Schicht vom 08.07.2014 bis 21.07.2014 wurden im Camp „Lesnaja Zastava“ 56 Kinder im Alter von sechs bis fünfzehn Jahre aufgenommen. Während der zweiten Schicht vom 24.07.2014 bis 07.08.2014 – 57 Kinder und 56 Kinder während der dritten Schicht vom 10.08.2014 bis 24.08.2014. Weitere Informationen zu dem Camp: https://www.facebook.com/irina.kravchenko.75

NPWT Zubehör und Bedarf für Kinder

Neulich wurde das Zubehör für das dringend benötigte NPWT im Gesamtwert von 1502,08 € im Rahmen der Kampagne „ActiVAC Zubehör für NPW Therapie am Kiewer Militärkrankenhaus“ erhalten. Als nächstes wird alles umverpackt und in die Ukraine mit einem der nächsten Transporte veschickt und direkt der Kontaktperson im Kiewer Zentralmilitärkrankenhaus übergeben.

NPWT Zubehör für das zentrale Militärkrankenhaus in Kiew

NPWT Zubehör für das zentrale Militärkrankenhaus in Kiew

Außerdem wurde mit Unterstützung der hilfsbereiten Ukrainer einiges an Kinderkleidung, Bettwäsche, Mal- und Zeichenwerkzeug im Rahmen der Kampagne „Erste humanitäre Hilfe an Kinder-Flüchtlingslager “LESNAJA ZASTAVA”“ gesammelt bzw. teilweise von Spenden gekauft und erfolgreich in die Ukraine geschickt. Alles wurde mittlerweile auch den Betreuern im Camp übergeben, worauf sich die Kinder sehr gefreut haben. Danke an alle für die Beteiligung!

Kinderzeug und Kleidung für die Kinder im Flüchtlingslager "Lesnaja Zastava"

Kinderzeug und Kleidung für die Kinder im Flüchtlingslager „Lesnaja Zastava“

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